Irgendwie wollte ich ein solches Projekt schon länger mal machen. Nur bei Amps im Bestzustand (ich bin sehr pfleglich mit meinem Equipment) macht das keinen Sinn.
Nun konnte ich jedoch vor kurzem diesen tollen Blackstar Series One 104 EL34 super günstig als B-Ware von einem Händler erwerben. Technisch neu, aber mit optischen Mängeln.


Das war meine Chance

ich wollte sowieso einen solchen Amp. Also...
Amp gekauft. Plan gemacht. Tolex, Hilfsmittel und noch'n bisschen Werkzeug geshoppt... und los ging die wilde Reise des Re-Tolexing.

In der Planungsphase hab ich noch nicht wirklich einschätzen können, wieviel Zeit ein solches Projekt in Anspruch nehmen wird. Ich hab zwar schon ein wenig Erfahrung im Umgang mit Tolex, da ich ja bereits ein paar Pedalboards mit Tolex bezogen habe, aber hier kam ja noch die Vorbereitung das Gehäuses dazu.

Also ran an die Arbeit... alles auseinandernehmen.
Chassis raus, Blenden, Lüftungsgitter, Griff sowie die Ecken und Füße abschrauben. Nun das alte Tolex abziehen. Nun stand das Gehäuse relativ nackt dort. Also ran ans schleifen. Zugegeben... das war irgendwie das Nervigste. Ich war allerdings froh, einen Exzenterschleifer hier zu haben. So musste ich nicht alles mit nem Handschleifer machen. Es gibt da sicherlich auch noch feinere Gerätschaften, die einem eine solche Arbeit erleichtern, aber ich will nicht meckern. Ich wusste ja, dass dies der für mich nervigste Teil werden wird. Beim Schleifen muss man leider auch super gründlich sein und darf nichts vergessen, da ansonsten im Anschluss das neue Tolex nicht gut hält. Da beneide ich ja diejenigen, die komplett neue Amps beziehen, da die Jungs und Mädchen stets neues Holz verkleiden dürfen.

Mittlerweile sind nun auch die zusätzlichen Schrauben angekommen, die ich detailverliebter Monk unbedingt mit einbringen wollte. Daher hab ich dem Blackstar für das komplette Gehäuse Schwarz beschichtete Edelstahlschrauben mit Torx spendiert. Warum war mir das wichtig? Naja weil Schwarze Schrauben (BLACKstar) nach meinem Empfinden einfach besser ins Konzept passen... und Torx, weil es aussieht wie Sterne... Naja Sterne...BlackSTAR... ihr merkt schon... völlig bescheuert.

Weiter im Programm:

Ich habe nach dem Schleifen übrigens die alten Löcher der Ecken und Lüftungsgitter verschlossen. Mit Leim und Holzzahnstochern. Einfach aus dem Grunde, weil ich zum einen neue Ecken bestellt habe und die leicht andere Maße boten und ich ja zum anderen andere Schrauben verwenden wollte und ich passend zu den neuen Schrauben auch perfekt vorbohren wollte. Die neuen Schrauben waren auch im Durchmesser minimal kleiner. Daher sitzt das so nun perfekt.
Anschliessend habe ich im Inneren des Gehäuses sowie an den Ecken und Kanten schwarzen Lack aufgetragen. Mich hätte es gestört, wenn doch irgendwo Holz durchschimmert. Vielleicht etwas zu viel des Guten, aber das ging recht fix muss man sagen und kostete fast nichts.
Nun kam das Tolex. Alles ausgemessen, probemäßig hingelegt und schonmal grob vorgeschnitten. Auch markiere ich mir vorher immer noch mit nem Kugelschreiber, wo ich Kanten des Gehäuses anlegen muss. Das hat sich bei den Pedalboards bereits immer schon als hilfreich erwiesen. Nun wurde alles sorgfältig mit Tolexkleber eingeschmiert, dann ausreichend warten - denn der Tolexkleber braucht nen Moment, um sich seelisch auf die Verschmelzung mit seinem nun neuen Holzfreund einzustellen.
Nun ging's zu dem nach meiner Meinung "gefährlichsten" Part: dem Schneiden der Ecken und Kanten. Hier kann einfach ein unüberlegter Schritt zum völligen Desaster in der Optik werden, was ich als Monk nicht ertragen würde. Daher schön vorsichtig und gut überlegt, aber doch ein wenig mit Zeitdruck im Nacken, da der Tolexkleber ja nicht völlig trocknen soll während ich noch garnicht fertig bin.

Aber dann war's geschafft

Der Holzblock war angezogen... puh!
Ich, mittlerweile ein klebriger Bandit, da ich auch hier und da mal rumsaue mit Kleberesten usw., war nun überglücklich, dass der wichtigste Teil geschafft war und gut aussah. Übrigens sehen die Ecken immer so komisch aus, da ja später noch Eckenschoner draufkommen und dort so ne komische Kante in der Ecke ist, die es nicht wirklich möglich macht, es darunter schon perfekt anzulegen. Garnicht schlimm, kommt ja wie gesagt was drüber und wird auch genau so von Marshall, Blackstar und Co. bei solchen Gehäusen gemacht. Das ausschneiden der Lüftungsgitteraussparungen hat übrigens auch nochmal Nerven gekostet. Das is ne kleine Friemelarbeit.
Von der Ungeduld getrieben wollte ich nun aber auch den Rest noch fertigmachen und schob einige meiner Pläne beiseite um endlich das Endergebnis Live zu sehen.
Also ran ans vorbohren der Löcher, danach Lüftungsgitter und Ecken anbringen. Füße und die nicht verschlossenen Löcher für die Schrauben, die das Chassis kontern, raussuchen und etwas freimachen. Anschließend den Griff anbringen. Eigentlich wollte ich da nen anderen nehmen, da ich die Vorstellung eines komplett schwarzen Griffes cool fand. Allerdings stellte sich heraus, dass ich die Knobs am Amp nur mit enormen zusätzlichen Kosten und Suchaufwand gegen schwarze austauschen kann, da dort solche Potis für Steck-Knobs (keine Ahnung wie die heissen, da fehlt aber ne ganze Ecke vom Potischaft) verbaut sind. Also hab ich kurzerhand entschlossen, doch die silbernen zu behalten und demnach passte auch der ursprüngliche Griff mit den Chromkappen optisch wieder ins Bild. Als letzten Schritt setzte ich das Chassis wieder in das Topteil und schraubte die hintere Blende wieder dran. Fertig 😉
Das Endergebnis finde ich persönlich soooo schön, dass ich es gern hier mit euch teile.


Alles in allem hab ich ungefähr 9 Stunden reine Arbeitszeit in dieses Projekt investiert würde ich sagen. Ich denke das ist relativ normal wenn man alles sehr sorgfältig macht. Ich hatte ja aber auch keine Eile.
Nun freu ich mich darauf, den Amp viel zu spielen und hoffe, dass es für den ein oder anderen von euch ein einigermaßen interessanter Einblick in ein solches Projekt war.
Bleibt Gesund und stimmstabil...

Cheers
Kenny

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