von Holle Humbuck

Alles beginnt mit einem leisen Summen. Nicht auf der Bühne, nicht aus dem Lautsprecher, sondern irgendwo dazwischen – aus der Ecke des Pedalboards. Jeder kennt diesen Moment: man schließt seine geliebten Effektgeräte an, tritt voller Vorfreude auf den ersten Taster – und statt purer Klangmagie kommt ein unangenehmes Brummen. Meist ist der Schuldige schnell gefunden: ein minderwertiges Netzteil, das seine Energie nicht sauber trennt oder einfach überfordert ist. Genau hier kommt das Cioks DC7 ins Spiel – ein Multinetzteil, das bei vielen Profis längst zur Standardausrüstung gehört und wir deshalb mal ausgiebig unter die Lupe genommen haben.


Erster Eindruck

Bereits beim ersten Blick fällt auf, dass das DC7 anders wirkt als herkömmliche Stromversorger. Es ist ultraflach, erstaunlich leicht und wirkt wie aus einem Stück gegossen. Das Gehäuse ist robust, schwarz eloxiert und strahlt die für Cioks typische skandinavische Schlichtheit aus. Kein überflüssiger Schnickschnack, kein wackeliger Schalter – stattdessen präzise verarbeitete Anschlüsse und eine kompakte Form, die unter fast jedes Pedalboard passt, sogar unter ein Pedaltrain Nano+.
Für ein vollwertiges, isoliertes Netzteil mit sieben Ausgängen durchaus beeindruckend. Man spürt sofort, dass hier Qualität drinsteckt – kein billiges Plastikteil, sondern eine solide Metallbox mit sauberer Verarbeitung. Als Gitarrist weiß man: Wenn man das Netzteil kaum sieht und kaum spürt (unter dem Board angebracht), ist das schon ein Gewinn. Und genau diesen Eindruck vermittelt das DC7.

Ausstattung & Technik

Das DC7 bringt einige Features mit, die im Alltag oft den Unterschied machen: Es besitzt 7 isolierte DC-Ausgänge, jeder individuell schaltbar auf vier Spannungswerte: 9 V, 12 V, 15 V, 18 V. Jeder dieser Ausgänge liefert bei 9 V bis zu 660 mA, bei 12 V noch 500 mA, bei 15 V 400 mA und bei 18 V 330 mA. Zusätzlich gibt’s einen 5 V USB-Ausgang (ideal z. B. für Ladegerät oder einen kleinen digitalen Helfer) sowie einen 24 V Hilfsausgang (Aux), über den sich Erweiterungen oder Zusatzmodule anschließen lassen. Der Netz-Eingang ist universell (90-265 V AC) – damit ist das Teil auch auf Tour und im Ausland problemlos nutzbar. Der Hersteller bietet eine 5-Jahres-Garantie und hebt hervor, dass die internen Filter so ausgelegt sind, dass praktisch keine Störgeräusche auftreten.
Auch die Flex-Kabel-Sets (inklusive Splitter- und Daisy-Chain-Kabeln) werden hier schon mitgeliefert, was den Einstieg enorm erleichtert.

Was galvanische Trennung bedeutet, sollte man sich als Gitarrist bewusst machen: Dabei sind die einzelnen Ausgänge elektrisch komplett voneinander isoliert. Kein Signal, kein Brummen, keine Übersprechungen – jeder Effekt bekommt seinen eigenen, sauberen Stromkreis. Dieses Prinzip verhindert sogenannte Ground-Loops, die bei vielen günstigeren Netzteilen die Hauptursache für störende Nebengeräusche darstellen. Das Resultat ist ein kristallklarer, störungsfreier Klang – selbst bei komplexen Setups mit vielen Pedalen, digitalen Modulen oder empfindlichen Analoggeräten.

Cioks Link

Besonders clever ist die Integration von CIOKS Link, einem System, das modulare Erweiterungen ermöglicht. Über spezielle Anschlüsse lassen sich zusätzliche Netzteile wie Cioks 4 oder Cioks 8 direkt verbinden, ohne dass ein weiteres Netzteil aus der Steckdose benötigt wird. Dadurch entsteht eine flexible Stromversorgungskette, die mit dem Pedalboard wachsen kann. Wer also irgendwann mehr Geräte anschließen möchte, erweitert einfach sein Setup – ohne komplett neu planen zu müssen.
Das Cioks 4 eignet sich ideal als kompakte Ergänzung und bietet vier weitere galvanisch getrennte Ausgänge mit denselben Spannungsoptionen. Es kann entweder eigenständig über USB-C gespeist oder direkt an das DC7 angeschlossen werden. Besonders praktisch für kleine Rigs, Flyboards oder mobile Recording-Setups. Das Cioks 8 geht einen Schritt weiter: acht Ausgänge, hohe Stromreserven und die Möglichkeit, ebenfalls als Erweiterung oder Standalone-Netzteil betrieben zu werden. Zusammen bilden DC7, 4 und 8 ein durchdachtes, modulares Stromversorgungs-System, das sich wie ein Baukasten an jede Anforderung anpasst.

Alltag auf dem Pedalboard

Was heißt das nun konkret im Pedalboard-Alltag? Wenn ich meine Effekte anschließe und mit verzerrten Riffs oder cleanen Sounds arbeite, dann möchte ich:
• keine summenden Brummgeräusche, die vom Netzteil stammen
• ausreichend Leistung, auch wenn mal ein „Hunger-Effekt“ (z. B. ein 15 V- oder 18 V-Gerät) dazukommt
• möglichst wenig Platzverbrauch auf dem Board
• bei Bedarf Erweiterungsmöglichkeiten

Hier schlägt das Cioks ziemlich gut auf. Die Geräuschkulisse reduzierte sich merklich, als ich das DC7 in mein Pedalboard integriert und das alte Netzteil abgelöst habe – das heißt: weniger Brummen, weniger Rauschen, sauberere Signalkette.
Wenn du also z. B. eine Mischung hast aus Standard-9 V-Effekten, ein paar 12 V- oder 15 V-Pedalen und eventuell noch ein Spezialteil mit 18 V – dann bist du mit diesem Netzteil sehr gut aufgestellt. Und weil jedes Outlet individuell geregelt ist, musst du nicht für jedes Gerät ein eigenes Netzteil oder einen komplizierten Daisy-Chain basteln – das macht das Leben einfacher.

Montage & Wirkung

Ein Thema, das viele Gitarrist:innen unter dem Radar haben: Wie einfach lässt sich das Netzteil unter dem Board montieren, wie sieht es aus und wie gut lassen sich die Kabel verlegen? In dieser Hinsicht punktet das DC7 durch seinen flachen Aufbau („nur 1 inch hoch“) und die mitgelieferten Befestigungswinkel bzw. Montagehardware, mit der man das Teil unter dem Board oder am Rand montieren kann.
Auch die RCA-Anschlüsse und die Farb- bzw. Kodierung der Flex-Kabel erleichtern das Einrichten, diese erscheinen erheblich stabiler und langlebiger als die üblichen 2,1mm Barrel-Stecker. 
Wenn ich mein Board aufbaue, dann schätze ich, dass das Netzteil sich quasi „unsichtbar“ integrieren lässt – so dass mehr Platz für die eigentlichen Effekte bleibt und weniger Kabelchaos entsteht. Hier erfüllt das DC7 genau diesen Wunsch.

Jetzt die Frage: Hört man einen Unterschied?
Auch wenn das Netzteil eher „unsichtbar“ sein sollte, kann man sehr wohl Unterschiede feststellen, wenn man von einem Standard-Daisy-Chain-Netzteil auf ein hochwertiges wie das DC7 umsteigt. Im Vergleich zu klassischen linearen Netzteilen punktet das DC7 durch Effizienz, geringes Gewicht und Flexibilität. Während alte Transformatorlösungen oft schwer, laut und wärmeempfindlich sind, kombiniert Cioks moderne Technik mit kompromissloser Klangqualität. Der Unterschied ist hörbar – und spürbar, sobald das Board auf der Bühne absolut ruhig bleibt, egal wie viele Netzteile, Funkstrecken oder Leuchtmittel in der Nähe aktiv sind.

Kritik

Nun, kein Gerät ist vollkommen. Auch beim DC7 gibt es ein paar Punkte, die man bedenken sollte – nicht als Kritik im Sinne von „Miese Qualität“, sondern eher als Hinweise, damit man einschätzen kann, ob es für den eigenen Einsatz passt. 
  • Der Preis: Hochwertige Netzteile kosten eben mehr, so ist auch das Cioks DC7 mit knapp 240 € (Stand 10/2025) im oberen Preissegment zu finden. 
  • Anzahl der Ausgangsanschlüsse: Obwohl sieben Ausgänge für viele Boards wie meines ausreichend sind, könnte man mit sehr großen Boards mit mehr als 12 Pedalen oder unterschiedlichen Spannungen an die Grenzen stoßen und müsste ggf. einen Expander dazuschalten. Das Erweiterungspotenzial ist zwar da (24 V-Ausgang, Expansion via z. B. Cioks 8 Expander etc.), aber man muss es eben einkalkulieren.
  • Einrichtung: Weil jeder Ausgang individuell auf 9/12/15/18 V eingestellt werden kann, muss man sich kurz damit befassen – also: Steckbelegung planen, DIP-Schalter setzen, Kabelwahl prüfen. Wer einfach „Plug & Play“ will ohne Nachdenken, könnte das als kleinen Mehraufwand empfinden. Aber ehrlich gesagt: wenn man das einmal gemacht hat, ist man danach glücklich.

Fazit

Wenn du als Gitarrist ein Pedalboard betreibst mit mehreren Effekten, vielleicht unterschiedlicheren Spannungsanforderungen, und du willst sauber arbeiten – also möglichst wenig Störgeräusche, maximale Flexibilität und eine saubere Montage unter dem Board – dann ist das DC7 eine exzellente Wahl. Es bringt all die Features, die man sich wünscht: gute Spannungswahl, solide Ausgänge, USB-Port, Erweiterungs­möglichkeiten, kompakte Bauweise.
Wenn dein Setup jedoch eher minimalistisch ist (z. B. nur zwei oder drei Standard-9 V-Pedale) und du keine Ambitionen hast, mittelfristig zu expandieren, dann funktioniert auch eine einfachere Lösung. Aber wenn du langfristig denkst, ist das DC7 eine Investition, die sich auszahlt.

Mir persönlich gefällt besonders, wie das Netzteil in den Hintergrund tritt: man spürt es kaum, sieht es kaum, aber merkt akustisch und praktisch, dass das Board einfach sauberer läuft. Wenn man abends im Studio sitzt oder auf der Bühne steht und sich keine Gedanken machen will wegen Brummen, Kabelchaos oder Spannungskonflikten – dann hat man mit diesem Netzteil genau das Gefühl: „Alles läuft, ich kann mich auf meinen Sound konzentrieren“.

PRO

Sieben voll galvanisch getrennte Ausgänge (9/12/15/18 V wählbar)
Hohe Leistung (bis 660 mA pro Ausgang, 48 W Gesamtleistung)
Ultraflache, leichte Bauweise – ideal für kompakte Boards
Modular erweiterbar mit Cioks 4 / 8 über CIOKS Link-System
Leise, effizient, keine Brummprobleme
LED-Anzeige für Stromlast jedes Ausgangs
Flexible Montagemöglichkeiten
Saubere Stromversorgung auch für empfindliche digitale Effekte

CONTRA

Preis im oberen Segment
Kein Netzschalter am Gerät
Kleine Spannungs-Schiebeschalter etwas fummelig
Benötigt bei voller Erweiterung viele DC-Kabel

 

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